Die Geburt:
Die Geburt sollte gut vorbereitet werden, denn es ist immerhin das Ankommen eines neuen Erdenbürgers im Kreise seiner Familie. Vater und Mutter sollten gemeinsam einen Ort aussuchen, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Dieser Ort kann ein Krankenhaus sein, aber auch eine eigenen Wohnung, wenn die Mutter sich sicher genug fühlt, dass sie das Kind zuhause bekommen möchte. Komplikationen kann es immer geben, aber wenn eine Frau schon einmal ohne Schwierigkeiten entbunden hat und fühlt, dass sie es schafft, warum sollte sie dann nicht auch eine Hausgeburt im Kreise ihrer Familie mit der Begleitung einer Hebamme anstreben? Immer mehr Mütter tun dies, und ich habe noch keine einzige konfliktreiche Hausgeburt erlebt. Die meisten Mütter, die sich so sicher fühlen, wissen, dass ihre Hausgeburt gut geht. Der Vorteil ist, dass das Kind gleich im häuslichen Rahmen zur Welt kommt und nicht erst die fremde Welt des Krankenhauses wahrnehmen muss. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Kind nicht ohne das Wissen der Eltern direkt nach der Geburt zwangsgeimpft wird, wie es heute schon in vielen Spitälern der Fall ist: Die Kinder werden direkt nach der Geburt geimpft, ohne dass die Eltern etwas davon wissen!

In den Krankenhäusern werden oft mehrer Varianten angeboten: Die klassische Geburt auf dem Bett oder dem gynäkologischen Stuhl: Sie hat den Nachteil, dass das Drücken einfach nicht in die Position der Erdanziehungskraft geht, sondern in die Horizontale, wo es einfach schwerer ist, das Kind herauszudrücken.

Als nächstes gibt es die Unterwassergeburt: Sie erleichtert sehr oft die Schmerzen. Das Kind wird in ein Element geboren, welches es vom Mutterleib her eigentlich schon kennt. Wenn ich ein Kind gebären würde, so würde ich diese Form der Geburt am meisten bevorzugen. Alle Mütter, die in meiner Praxis waren und von ihrer Unterwassergeburt berichteten, waren begeistert. Der Körper öffnete sich gut und die Kinder kamen ohne große Schmerzen zur Welt. Das warme Wasser beruhigte sie ungemein.

Die dritte Art der Geburt ist der Gebärstuhl, wo die Mutter in der fast senkrechten Position das Kind herausdrückt. Diese Art entspricht am meisten der natürlichen Geburt bei Urvölkern, von denen man weiß, dass die Mütter im Knien gebären und so ihr Kind wirklich nach unten herausdrücken können. Mütter, die auf dem Gebärstuhl entbunden haben, berichten von wirklich schönen Geburtserlebnissen.

Der Kaiserschnitt ist und bleibt ein Noteingriff, der wirklich nur dann in Betracht gezogen werden sollte, wenn die Mutter nicht auf natürlichem Wege gebären kann. Er hat da seine Berechtigung, wo Mutter und Kind sonst sterben würden. Ihn routinemäßig einzusetzen, nur um einer natürlichen Geburt mit ihren Schmerzen zu entgehen, halte ich nicht für sehr weise, denn immerhin wird die Bauchdecke aufgeschnitten und schwächt sich im Laufe der Jahre enorm. Eine Narbe hält halt nicht so wie eine intakte Muskeldecke. Ich musste auch einen Kaiserschnitt haben, weil sich mein Körper nicht mehr öffnete als zu der Größe eines 5-DM-Stückes, doch heute habe ich einen flächendeckenden Bauchbruch, wo der Innenschnitt für den Kaiserschnitt gemacht wurde. Dieser wird dennoch längs geschnitten, nur durch den Bikinischnitt sieht man es nicht. Und diese Narbe ist jetzt aufgebrochen. Dadurch sehe ich aus wie dauerschwanger im 7. Monat und kann auch trotz Training die Bauchdecke nicht regenerieren. Dazu kommt eine ständige Empfindlichkeit der Narbe und ihr dauerndes Nässen. Sicher hat vielleicht nicht jede Mutter all diese Effekte, aber dennoch sind die Spätfolgen nicht abzusehen, die man sich ersparen kann, wenn eine natürliche Geburt möglich ist.

Eines habe ich schmunzelnderweise in meiner Praxis auch noch bemerkt: Wenn Mütter zu mir kamen und davon erzählten, dass ihr Sohn einfach keine Lust habe, sich anzustrengen, damit aus ihm im Leben etwas wird, und schon bei der kleinsten Kleinigkeit aufgibt und die Schule/die Lehrstelle/die Ausbildung wechselt, dann frage ich, ob dieser Junge ein Kaiserschnitt war. Durchweg war dieses der Fall! Scheinbar wirkt sich die erste Anstrengung, sich den Weg ins Leben erkämpfen zu müssen, sehr positiv auf die Durchhaltekraft im späteren Leben aus. Wird diese dem Kind abgenommen, so meint es auch später, immer glatt und ohne Schwierigkeiten und durch fremde Hilfe durchzukommen, statt sich selbst einmal anzustrengen, damit aus ihm im Leben etwas wird.

Die Art der Geburt ist oft schon karmisch bedingt oder ein Teil der Austragung: Dies sah ich vor allem bei Zangengeburten, die für Mutter und Kind oft sehr schmerzhaft waren und sich in „Ängsten, auf die Welt zu kommen", ausdrückten. Es sind oft Menschen, die am liebsten wieder in den Mutterschoß zurückschlüpfen würden, statt sich der Welt zu stellen. Dasselbe passiert, wenn die Kinder mit der Saugglocke geholt werden. Sie behalten oft das Gefühl, ins Leben gezogen worden zu sein und nicht richtig freiwillig da zu sein. „Immer muss man Dich ziehen, nichts tust Du von allein! Du bist so langsam, jetzt mach doch mal voran!", sind die typischen Ausdrücke von Eltern, deren Kindern mit der Saugglocke geholt worden sind. Bitte Geduld, die Kinder wollen auch leben und brauchen halt ein wenig länger, um sich an die Gegebenheiten der Erde zu gewöhnen!

Direkt nach der Geburt ist die Seele des Kindes noch offen. Das heißt, dass die Seele im Grunde noch größer ist als der Körper und so intuitiv alles wahrnimmt, was um sie herum passiert. Mein Mann hat seine Geburt bewusst miterlebt. Er berichtet; wie sein Geburtserlebnis ihm im Gedächtnis geblieben ist:

Ich erlebte meine Geburt vollbewußt mit
Es sind einige Erinnerungen aus frühester Kindheit in mir lebendig geblieben. Auch meine Geburt habe ich vollbewusst erlebt und sie war mir immer in Erinnerung, wie ein Erlebnis im heutigen Tagesbewusstsein. So ist in mir das Gefühl dieses Ganzheitsbewusstseins, des All-eins-sein, dieses Bewusstseins, in dem man alles so grundlegend anders wahrnimmt, immer lebendig geblieben, als das der reinen Verstandesorientiertheit, in das man später meist beim Erwachsenwerden hineingerät.

Ich sehe von oben herab auf einen Raum. Ich sehe meine Mutter auf einem Bett liegend ihr Kind gebären. Ich nehme den ganzen Raum wahr, ohne dass ich den Kopf hin und her bewegen muss. Plötzlich macht es einen Ruck und ich befinde mich augenblicklich im Körper des gerade geborenen Säuglings. Ich öffne zum ersten Mal die Augen meines physischen Körpers. Ich sehe und verwundere mich über alle Maßen, woraus ich denn da eigentlich jetzt schaue. Ich bemerke sofort die sehr begrenzte Sichtweise und dass ich den Kopf bewegen muss, um etwas anderes wahrzunehmen. Nun werde ich hochgehoben und auf eine Waage gelegt. Ich verstehe jedes Wort, das gesprochen wird. Es wird sich weiter um meine Mutter gekümmert, während ich für ein paar Augenblicke ohne Beachtung bleibe. Ich fange an zu weinen, denn ich will zurück zu meiner Mutter. Ich werde hochgehoben und auf den Bauch meiner Mutter gesetzt. Meine Mutter hält mich fest und wir sind überglücklich. So werden wir mit dem Bett aus dem Kreissaal hinaus in den Flur geschoben. Wir warten vor dem Aufzug, die Türen öffnen sich und wir werden hineingeschoben.
Bis hierhin geht meine vollbewusste Erinnerung an meine Geburt.