Verzeih- und Seelenarbeit
Dies ist ein sehr wichtiger Teil, erstens zur Selbsttherapie und zweitens, wenn man anderen helfen möchte. Es mag sich vielleicht teilweise etwas fremd oder ungewohnt anhören, versuchen Sie es einfach. Gehen Sie an die Sache heran, wie ein neugieriges Kind, das noch frei von Vorurteilen und voller Glauben ist.

Wenn eine Seele in den Seelenreichen erkennt, dass sie einmal ein Täter war, dann nimmt sie die Schmerzen des Opfers auf sich und trägt diese in einer erneuten Inkarnation.

Daher kommen die Phantomschmerzen. Die Phantomschmerzen sind nichts anderes als Seelenschmerzen, die sich über die Organe, Muskeln oder Gelenke zum Ausdruck bringen. Es sind die physischen Schmerzen, die der andere in der früheren Inkarnation erlitten hat. Warum können jetzt sowohl der Täter als auch das Opfer diese Phantomschmerzen bekommen?

Der Täter übernimmt die Schmerzen des Opfers, um dadurch in dieser Inkarnation zu erfahren, was er angestellt hat.

Hier ist es an der Zeit, Aufklärung durchzuführen und den Therapeuten zu erklären, dass die Eltern nicht für das Schreien und den Seelenschmerz ihrer Kinder verantwortlich sind, wenn sie nicht selbst gewalttätig sind. Wenn ein Kind in der Zeit von 0 - 7 Jahren viel schreit, schreit es seine mitgebrachten Schmerzen aus der zur Aufarbeitung mitgebrachten Inkarnation heraus. Und diese Schmerzen sind sehr oft die Schmerzen, die es als Täter einem Opfer zugefügt hat, oder andersherum die des Opfers, wenn dieses noch nicht verziehen hat. Wenn ich meinem Täter nicht verzeihen konnte, habe ich einfach dieses Gesetz: „Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." noch nicht umgesetzt. Deshalb ist es besonders wichtig, den Opfern zu sagen, dass auch sie nur dann ihre Schmerzen loswerden können, wenn sie ihren Tätern verziehen haben. Anders geht es nicht. Versuchen Sie, nochmals in die Situation geistig hineinzugehen, und dort Ihren Tätern zu verzeihen. Ich weiß, dass das manchmal sehr schwer nachzuvollziehen und umzusetzen ist. Aber es ist der einzige Weg, um seine Schmerzen und auch Seelenlasten loszuwerden. Hierzu zähle ich auch Situationen, wo z.B. immer alles schiefläuft oder das Leben nach immer denselben Mustern abläuft, deren Ursache man einfach nicht ohne weiteres erkennt. Sobald das Opfer seinem Täter verziehen hat, passiert folgendes: Das Opfer verliert die entsprechende Organspeicherung und gesundet. Gleichzeitig verliert der Täter ebenfalls jenen Teil seiner Organspeicherung, der durch die Wut, die Rachegedanken und die Vergeltungssucht des Opfers gebunden war.

Es ist ja auch so, dass meistens Opfer und Täter in unmittelbarer Nähe wieder inkarniert sind oder zumindest irgendwann im Leben aufeinander treffen. Solche Beziehungen sind natürlich belastet. Man mag den anderen nicht und weiß eigentlich gar nicht so recht, warum. Wenn man hier echte Verzeih- und Vergebensarbeit durchführt, geschehen wahre Wunder. Wir hatten schon viele Menschen in den Durchlichtungsanalysen, die nach dem Erkennen der Ursache diese Arbeit leisteten. Sie erzählten dann später, dass sie ihre Schmerzen losgeworden waren und dass sich plötzlich das Verhältnis zu einer Person (früherer Täter) gebessert habe, ja sogar sehr gut geworden sei. Diese Menschen fühlen sich dann viel leichter, von einer Last befreit.

Wenn ein Mensch einmal Täter gewesen ist, so kann er seine Opfer um Vergebung bitten. Dies kann alles geistig und über die Seelenreiche gemacht werden. Denn es sind nicht alle Opfer zum jetzigen Zeitpunkt inkarniert. Solch eine Arbeit muss natürlich gewissenhaft und ehrlich durchgeführt werden.

Denn all die Seelen, die noch nicht vergeben haben, sind so lange an den Ort der Tat gebunden, bis sie vergeben haben. Das bedeutet, dass es für diese Seelen kein Fortkommen gibt. Dies kann auch mit ein Grund sein bei Menschen, die nicht richtig „in die Gänge kommen", also auch ihr Leben schlecht auf die Reihe bekommen oder immer wieder Rückschläge erleben und oft nicht die Anerkennung erhalten, die sie im heutigen Leben eigentlich verdienten. Deshalb ist es auch für die eigene Entwicklung wichtig zu verzeihen.

Um nochmals auf die kleinen Kinder zurückzukommen, die ihre Schmerzen herausschreien: Hier können die Eltern oder geschulte Therapeuten mit der Seele des Kindes sprechen. Dies funktioniert sehr gut. Wenn man daran denkt, dass die Seele eines Kindes ja erwachsen ist, fällt das Miteinanderreden auch nicht mehr schwer. Nur muss auch diese Gedankenübermittlung genauso dosiert werden wie eine Medizin. Also sollte man der Seele des Kindes nicht mehr zumuten, als sie aufzunehmen in der Lage ist.

Viele Therapeuten gehen mit den Menschen in eine karmische Situation hinein und erklären ihren Menschen, sie sollten jetzt einfach „loslassen". Aber dieses „Nur-Loslassen" genügt nicht, es muss die Vergebensarbeit geleistet werden. Christus lehrte uns sinngemäß: „Gehe zuerst zu deinem Bruder, bitte ihn um Vergebung, mache Frieden mit ihm und dann folge Mir nach."

Ist der „Bruder" oder die „Schwester" inkarniert und geht es um ein Thema in diesem Leben, so ist es gut, wenn man zuerst gedanklich die Person um Vergebung bittet. Manchmal tut sich dann schon „automatisch" etwas an der Haltung und der Mensch kommt leichter auf einen zu. In jedem Fall ist es gut, mit dem Menschen persönlich noch einmal zu reden, um für das Aktuelle wirklich eine Aussprache zu erlangen.

Geht es um vorinkarnatorische Ereignisse, so muss ich nicht physisch zu meinem „Bruder" gehen, es geht auch über die Seelenebene, insbesondere, wenn der „Bruder" oder die „Schwester" von Reinkarnation noch nichts wissen will. Damit ist gemeint, dass ein von tiefstem Herzen ausgehendes Vergeben oder um Vergebung bitten, auch wenn es nur gedanklich geschieht, seine Wirkung beim Empfänger hat. Ohne diese Vergebensarbeit bleiben die Speicherungen in uns unerlöst.

Wie steht es nun mit der Schwere der Krankheiten? Die Täter bekommen die volle Ausprägung der Krankheit. Die Opfer haben, wenn sie noch nicht verziehen haben, die gelinderte Auswirkung. Beim Täter ist es so: Wenn das Opfer verziehen hat, bleibt die Krankheit auf einem bestimmten Level stehen und geht eventuell ganz langsam zurück, je nachdem, wie er sich jetzt verhält.

Das Opfer bekommt die Krankheit nur ansatzweise, nur zum Erinnern: „Da ist noch etwas Unverziehenes." Nach dem Verzeihen heilt die Krankheit meist vollständig ab. Es bleibt aber oft ein „Seismograph-Effekt" zurück: Das bedeutet: Wenn man noch einmal vor dieselbe Situation gestellt wird und wieder nicht vergeben kann, so meldet sich derselbe Schmerz wieder. Das dient dann dem Erinnern: „Hier hast du wieder denselben Fehler gemacht! Du hast wieder nicht vergeben können! Bitte, vergib!" Und nach dem erneuten Vergeben in der „Testsituation", die keinem Menschen erspart bleibt, verschwinden die Schmerzen wieder.

Wenn sich das Karma in Form einer Erkrankung zeigt, ist die Seele reif genug dafür, dieses jetzt auch zu bearbeiten. Sie erhält genug Kraft, das Thema anzuschauen und zu bewältigen. Oft genug hängt das Auftreten von Krankheiten oder Schmerzen mit dem Treffen einer bestimmten Person zusammen. Ein Beispiel: Ich bekomme in Gegenwart eines bestimmten Menschen Schulterschmerzen. Der Grund kann sein, dass ich irgendwann einmal von seinem Speer durchbohrt worden bin. Nun kenne ich den Täter und muss lernen, in Frieden mit ihm umzugehen und ihm zu verzeihen. Der Täter spürt dann seine Erkrankung, also die gleichen Schmerzen, noch stärker, und auch er muss lernen, in Frieden mit seinem damaligen Opfer zu leben, das er ja aus irgendwelchen Gründen verfolgt hatte, und er muss sein Opfer um Vergebung bitten. Wenn beide die Schmerzen spüren, ist es oft nicht mehr schwer, die Querverbindung herzustellen. Es geschieht auch oft, dass die damaligen Täter auch heute noch ihre Opfer verfolgen. In diesem Falle ist die Arbeit des Opfers dann beendet, wenn es dem Täter vergeben hat. Die restliche Arbeit übernimmt dann das Schicksal. Diese Vergebensarbeit ist die wichtigste Arbeit, die wir für uns und andere tun können.